Käse-Ersatz

Lieber Wolfgang,

in der Tat ein schönes Angebot.

Nur halte ich den Beruf des Drehbuchautors in Deutschland für eine Totgeburt.

Das, was uns medial über den Teller gerieben wird, verdient nicht einmal mehr das Prädikat „Käse-Ersatz“.

Ich bin angewidert von den filmischen Produkten des Fernsehens, die an Billigkeit wohl kaum noch zu unterbieten sein dürften. Damit meine ich nicht allein den dramaturgischen Sockel. Die Umsetzung beleidigt mich. Sie beleidigt mich in ihrem Bestreben, meine Sehgewohnheiten auf die eines Einzellers runter zu stutzen.

Zwar hatte ich noch nie das Glück, ein Drehbuch aus meiner Feder umgesetzt sehen zu dürfen. Aber über was mein Auge da so mäandert und was ich am Rande aus den Werkstätten so mitbekomme, verdirbt mir jede Lust, auch nur ansatzweise dem Genre meine Kreativität zu schenken.

Um so mehr möchte ich Dir noch einmal für Deine Ausbildung danken. Denn sie ist nämlich flexibel und genreübergreifend anwendbar. Ohne dieses Handwerk hätte ich all das nicht machen können, was ich in den letzten Jahren habe kreieren dürfen.

Den Dank wollte ich Dir schon lange mal aussprechen.

Liebe Grüße,

Michael Sens

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