Wiesengrund

Die Poetologie ersetzt das Berufsbild „script doctor“ durch das Berufsbild „script gardener“.
Drehbücher sind ja nicht krank, sie sind allenfalls unzureichend entwickelt. Krank sind allein die Vorstellungen der „Dramaturgie“.
Der Poetologe ist ein Gärtner im Biotop der Erzählkunst und kein Kurpfuscher in der Reha-Klinik für Untote.

Überraschung

Lieber Wolf Otto,

der Einführungskurs ist inzwischen vierzehn Tage her und ich fühle das Bedürfnis, mich für diese drei aussergewöhnlichen Tage zu bedanken. Ich bin ohne große Erwartungen nach Berlin gereist und war daher recht überrascht, dass mich ein Seminar derart beflügeln kann. Ich arbeite seit längerem an drei verschiedenen Projekten, die immer wieder durch zähe Pausen unterbrochen wurden: nie wusste ich, wie weiterzumachen und ob die Ideen überhaupt etwas taugen. Ich hatte kein Werkzeug zur Hand! Seit dem Workshop bin ich nun dabei, meine Skizzen und Entwürfe zu überprüfen, auszuwerten und sie mit Freude zu gestalten. Ich bin überrascht, wie vieles mir klar geworden ist und wie selbstverständlich mir die Dinge nun von der Hand gehen.

Mit besten Grüßen und einem herzlichen Dankeschön aus K.,

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Kategorien

In der Poetologie unterscheiden wir zwischen 1. magischem poetischem Erzählen, 2. nicht-magischem poetischem Erzählen und 3. trivialem (nicht-magischem, nicht-poetischem) Erzählen. Deutsche Filme gehören fast ausnahmslos zur Kategorie drei, ein paar wenige schaffen es in die Kategorie zwei.