Schöpfungstiefe

Ein deutsches Gericht hat Pornofilmen den Urheberrechtsschutz abgesprochen. Grund: Mangelnde „Schöpfungstiefe“.
http://www.sueddeutsche.de/digital/ungewoehnlicher-gerichtsbeschluss-ueber-sexfilmchen-ohne-geistige-schoepfungstiefe-1.1709900
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WOP: So sieht’s aus! Das ledigliche Abbilden von Wirklichkeit stellt keine schöpferische Leistung dar. Und das gilt unabhängig vom Inhalt des Dargestellten, das heisst, es geht weit über Pornofilme hinaus. Da als schöpferisch im poetologischen Sinn allein die Gestalt gebende Interpretation angesehen werden kann, muss der Richter Poetologe sein. Dem Einwurf des Klägers, bei Pornofilmen handele es sich schliesslich um „Heldenreisen“, konnte das Gericht offenbar nichts abgewinnen. Wir gratulieren und freuen uns auf weitere poetologisch begründete Gerichtsentscheidungen. Vielleicht lässt sich gutes Erzählen am Ende gar juristisch erzwingen!

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