Die grösste Frage von allen

Ob man man eine Geschichte auch ohne Drei-Akt-Strutkur erzählen kann, fragt der „Drama Blog“ und nennt diese Frage „die grösste von allen“.

http://drama-blog.de/anleitung-zum-regelbrechen/

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WOP: Mit Verlaub: Selbstverständlich ist es möglich, ein Drehbuch ohne 3-Akt-Strukur zu schreiben. Film ist mindestens so geduldig wie Papier. In einem Film kann jeder machen, was er möchte. Eine Geschichte zu erzählen ist ohne 3-Akt-Struktur indes schlichtweg nicht möglich. Die 3-Akt-Struktur hat ihre Existenz dem Wesen von Geschichten geradezu zu verdanken.
Nicht alles, was erzählt wird, ist eine Geschichte. Geschichten sind ein Sonderfall des Erzählens. Er ergibt sich aus ihrem einzigartigen Zweck, der darin besteht, durch einen Akt der Kommunikation – eben des Geschichtenerzählens – eine Idee erfahrbar zu machen. Damit dies möglich wird, muss der Rezipient (Leser/Zuhörer/Zuschauer) durch einen subjektiven Erlebensprozess geführt werden, dessen Abschluss die Erfahrung der Idee bildet.
Da der Erlebensprozess des Zuschauers ein Prozess ist, besitzt er – wie jeder Prozess – Prozesscharakter. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass er aus drei Teilen besteht: einem Anfang, einem Verlauf und einem Ende. Der Sinn der drei Akte besteht einzig und allein darin, diesen Erlebensprozess – ganz dem Zweck des Geschichtenerzählens gemäss – zu strukturieren. Die Akte sind also funktional: der erste Akt ist dazu da, den Erlebensprozess in Gang zu setzen; der zweite hat die Aufgabe, den Erlebensprozess zu intensivieren; und der dritte ist dazu da, ihn im Sinn der Erzählabsicht – Erfahrung der Idee – zu beenden.
Wo eine solche Funktionalität der Akteinteilung für das Erzählen nicht gegeben ist, macht die Gliederung in drei Akte deshalb auch wenig Sinn.

2 Gedanken zu “Die grösste Frage von allen

    • Die Frage stammt nicht von mir, sondern ist in dem Blog formuliert, auf den sich mein Post bezieht (http://drama-blog.de/anleitung-zum-regelbrechen/). Die dort als „grösste Frage von allen“ bezeichnete Frage lautet: „Kann man eine Geschichte auch ohne Drei-Akt-Struktur erzählen?“ Ich selber halte das für eine eher überschätzte Frage, wie sich aus meinem Statement entnehmen lässt. Die Überschrift meines Posts hat also eine gewisse Tendenz zur Ironie (was man aber – eingestandenermaßen – natürlich nur erkennen kann, wenn man beide Texte gelesen hat).

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