Off the Beaten Track

Ich hatte mir von dem Film etwas erhofft, das sich dann aber nur mäßig erfüllt hat. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm über Schafzüchter im rumänischen Transsylvanien und mein Interesse galt dieser archaisch-bäuerlichen Welt. Der Film lässt einen teilnehmen an dieser Welt und er tut dies auf eine Weise, die sehr viel angenehmer ist als eine journalistische Fernsehdokumentation. Der Film ist gemacht im Stil des Cinéma Vérité, einem unkommentierten Beobachten von Geschehnissen also. Das ist bei weitem angenehmer zu sehen als die bevormundenden Fernsehdokumentationen, insofern als man sich wirklich ungetrübt von bescheidwisserischen Off-Texten auf die gezeigte Welt einlassen darf. Der Film bleibt sozusagen filmisch, da er sich allein mit den Mitteln des Films zeigt: Bildausschnitt, Tonausschnitt und Montage. Fernsehdokumentationen sind ja so gesehen keine Filme, sondern bebilderter Journalismus. Leider geht es nun aber bei unserem Film nicht über das Beobachten hinaus. Er besteht aus einer scheinbar willkürlich aneinandergereihten Abfolge von Episoden, die weder einen inneren Zusammenhang besitzen noch eine erzählerische Linie und deshalb bedauerlicherweise schnell ermüden. Dies ist ja eben das vielbezeugte Missverständnis beim Filmemachen: zu glauben, es würde schon reichen, bewegte Bilder zu produzieren. Soll der Zuschauer aber interessiert werden und interessiert bleiben, soll er gepackt werden und gepackt bleiben, sind drei Dinge erforderlich: Gestaltungswille, Gestaltungsvermögen und Gestaltungskraft.

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