Irrtum # 3

„Ein Plot Point kann alles mögliche sein: Ein Schuss, eine Rede, eine Szene, eine Sequenz, eine Handlung – alles, was die Handlung vorantreibt.“
Syd Field
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WOP: Nein, ein Punkt kann nicht „alles mögliche“ sein. Ein Punkt kann zum Beispiel keine Linie sein. „Eine Rede, eine Szene, eine Sequenz, eine Handlung“ aber sind Linien. Ein Punkt ist ein Punkt, immer! Ein Punkt ist nie eine Linie! Als Phänomen des Raumes auf die Zeit übertragen, ist der Punkt ein Moment, ein Augenblick. Der Punkt im Raum ist keine Linie und der Augenblick ist kein Verlauf.

Wenn ein Plot Point etwas ist, „was die Handlung voran treibt“, dann ist jeder einzelne Moment einer Handlung ein Plot Point. Denn es ist das Wesen der Handlung, dass sie dynamisch ist, also nach vorne strebt. Handlung – in der Definition von: ein von Menschen ausgeführter oder durchlebter Prozess – steht niemals still.

Was von der Dramaturgie als „Plot Point“ wahr genommen wird, ist etwas anderes. Poetologisch bezeichnet der Begriff „Plot Point“ ein Ereignis innerhalb der Erzähllinie, das eine Wende im Erlebensprozess des Zuschauers erzeugt. Wegen dieser Erlebenswende wird der Plot Point auch Turning Point (Wendepunkt) genannt. Das betreffende Ereignis wendet die Anteilnahme des Zuschauers in eine neue Richtung.

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